Erdstrahlung und Gesundheit: Auswirkungen auf Schlaf und Regeneration

Was ist Erdstrahlung?

Erdstrahlung wird kontrovers diskutiert. Am Beispiel einer Wasserader erklärt: Es wird oft aus esoterischen Kreisen behauptet, dass die bloße Anwesenheit eines Wasserführenden Rohres im Untergrund mit einer Rute gemessen werden kann. Mir ist nicht bekannt, dass das möglich ist und auch Studien 1Kasseler Wünschelrutentest (1990, GWUP), Streng doppelblind, Zufallssteuerung der Wasserleitungen, Kontrollierte künstliche Rohrleitungen, Mehrere unabhängige Protokolle + Videoaufzeichnung, Teilnehmer bestätigten vorher, dass das Setup ihre Fähigkeit korrekt testet dazu zeigen, dass das nicht funktioniert. Dennoch ist es so, dass wasserführende Bereiche den Untergrund durchziehen. Jeder Tiefbauingenieur weiß das und je mehr Berge in der Nähe sind, desto mehr Wasser rinnt unterirdisch talabwärts. Diese kleinen unterirdischen im Schnitt einen Meter breiten Wasserläufe entstehen über wasserundurchlässigen Schichten wie Lehm und Felsen. Das Regenwasser sickert durch den Humus und Schotter unter der Erdoberfläche bis dorthin und sammelt sich dann in diesen Wasserläufen. Das kann auch in verschiedenen Stollentiefen geschehen. Diese unterirdischen Wasserläufe bilden rostige Metall-Ablagerungen, welche sichtbar werden, wenn diese durch Abgrabungen an Straßen oder Flüssen wieder zu Tage kommen. Die Auswirkungen auf den Menschen können aus Erfahrung je nach Konstitution marginal bis stark sein. Es wird berichtet, dass vor allem in der Nacht der Einfluss am größten ist, weil der Mensch stundenlang auf einem Platz schläft.

Der Nagelfluh im deutschen Allgäu und im österreichischen Bregenzer Wald sind von Gletschern und Flüssen zusammengeschobene Steine, die später wie Beton zusammengekittet wurden.
In den Alpen können ganze Straßenzüge über Linsen von Gletscherbrüchen gebaut sein. Sie entstehen ebenfalls aufgrund von Ablagerungen durch Gletscher und Flüsse, sie werden anschließend durch Druck zu Gestein geformt. Beim Aufgraben sieht es ähnlich aus wie Beton mit einer groben Gesteinskörnung. Hier ein Foto aus Fiss im Tiroler Oberland. Im Volksmund wird es oft eine „Verwerfung“ genannt.
Wenn im Untergrund verschiedene Gesteinsschichten aufgrund von tektonischen Verschiebungen aus ihrer ursprünglichen Lage senkrecht verschoben sind, dann werden verschiedene Erze und Metalle gegeneinander gepresst. Man spricht dann von einem „Bruch“.
Überlauf einer „Wasserader“ in Oberlangenegg im Bregenzer Wald nach tagelangem Dauerregen
Dieser Überlauf ist trocken, wenn die „Wasserader“ wenig Wasser führt

Erklärung: Wäre hier kein Überlauf, so könnten der Humus und darunter liegende Sedimente an der naheliegenden Hangkante durch den starken Druck in dem unterirdischen Wasserlauf talwärts geschwemmt werden.

Heilung ist (k)ein Wunder!, Sascha Hahnen, Geovital Akademie für Umweltmedizin und Strahlenschutz, 4. Auflage 2012
Seite 14 ff von 281: „Gesteinsbrüche und Verwerfungen verschieben die Erd- und Gesteinsschichten aus ihrer ursprünglichen Lage, so dass in den Bruchlinien verschiedene Atom- und Molekularstrukturen gegeneinander gepresst werden und Strahlen freisetzen […]. Doch nicht nur Gesteinsverwerfungen und Abbrüche, wie man es in den Alpen an den Steilwänden sehen kann, bilden Strahlen. Hohlräume, Mineralschichten, Ölsand, Kohle, Uran und vieles mehr können aus der Tiefe ihre Strahlungen an die Oberfläche schicken. Nicht jede dieser Strahlung ist dabei gefährlich. Ähnlich einer Allergie reagieren die Menschen völlig unterschiedlich auf diese geopathischen Störzonen. […] Der Nachweis einer echten Erdstrahlung über unterirdischen „Wasseradern“ ist nunmer exakt wissenschaftlich erbracht. […] Herr Jakob Stängle arbeitet mit einem besonders entwickelten Szintillationszähler zur Messung von nuklearen Strahlungen. Über den von ihm vorher mit der Wünschelrute festgestellten Wasserführungen erhält er mit diesem Gerät eine charakteristische, für Quellführungen typische Strahlungskurve. Es zeigt sich, dass über Wasserführungen gegenüber dem Niveau der normalen Umgebungsstrahlung eine erhebleich höhere Strahlungsintensität herrscht. […] Über Kreuzungspunkten zweier Quellführungen ergibt sich fast die Summe der über jeder einzelenen der sich kreuzenden Wasserführungen gemessenen Impulse. […] Um auszuschließen, dass kosmische Strahlung oder Umgebungsstrahlung mit seinem Gerät gemessen wurde,, hatte Stängle seinen Szintillationszählerkopf in einen Bleiüberwurf eingebaut, […] damit wurde sichergestellt, dass die Einfallsrichtung der zu messenden Strahlung der nach unten offene Kristall des Szintillationszählers ist, d.h. die gemessene Strahlung kommt aus dem Boden (Erdstrahlung). […] Im Anschluß an die Messungen von Stängle wurde durch Bohrungen und Messung der Quellen der Zusammenhang zwischen Rutenausschlag, physikalisch messbarer Nuklear-Strahlung und der unterirdischen Wasserführung bewiesen. […] Damit bestätigen die physikalisch jederzeit reproduzierbaren Messungen von Stängle, […] dass sich über sogenannten „Wasseradern“, und zwar senkrecht über diesen, eine echte Strahlung nachweisen lässt. […] Cody hat erstmals 1933 bis 1939 eine starke Ionisation über Krebsbetten festgestellt und darüber hinaus ermittelt, dass Substanzen wie Metalle und Aktiv-Kohle, die man auf diese Streifen bringt, radioaktiv werden. Seine Messungen wurden von Mitgliedern der Akademie der Wissenschaft in Paris überprüft und bestätigt.“

Hier tritt unter der oberen Felsschicht eine ca. 2 Meter breite Wasserader zu Tage
Zoom: Oben im Bild sieht man den normal verwitterten Felsen. Unten sieht man die hellbraunen Ablagerungen der Wasserader
Nagelfluh in der Nahaufnahme

Gibt es wissenschaftliche Studien?

Es gibt eine vom Land Niederösterreich, Abteilung Wohnbauforschung, in Auftrag gegebene Studie aus dem Jahr 2006 2Quelle: https://www.noe.gv.at/noe/Wohnen-Leben/2132-1.pdf 3zuletzt abgerufen am 17.4.2026. Es waren 106 Versuchspersonen beteiligt. Die Untersuchung wurde als empirische Feldstudie im Doppleblindverfahren durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass von allen Studienteilnehmern, die angaben an Schlafstörungen zu leiden, 63% auf einer „geopathischen“ Stelle schliefen. Das ergibt einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Schlafen und auf einer „geopathischen“ Stelle und dem Auftreten von Schlafstörungen.

Menschen, die auf belasteten Schlafplätzen schlafen, leiden deutlich häufiger unter Schlafstörungen. In dieser Studie war das Risiko um 56% erhöht – ein klarer Hinweis darauf, wie stark der Schlafplatz die Schlafqualität beeinflussen kann. 4(RelevantesRisiko=1,56; 95%-KI: 1,05-2,31;p=0,024) Am guten Platz hatten 40% der Personen Schlafstörungen. Am belasteten Platz waren es 63%. Die wissenschaftliche Chance (Odds) für eine Schlafstörung ist etwa 2,5 mal so hoch auf einem pathogenen Schlafplatz im Vergleich zu einem Guten. Hinweis zur Einordnung: Die Zahlen zeigen eine Korrelation, das ist aber im wissenschaftlichen Sinne noch kein Beweis für Ursache (Kausalität).

Risikofaktor Standort, Prof. Dr. med. Otto Bergsmann, Lungenfacharzt, 3. Auflage 1994
Des weiteren hat der Wiener Lungenfacharzt und Universitätsdozent Dr. Otto Bergsmann in mehreren Doppelblindstudien mit insgesamt 985 Personen und 6.943 Einzelmessungen mögliche Einflüsse sogenannter „Erdstrahlenzonen“ auf den menschlichen Organismus untersucht.

Links: am „guten Platz“
Rechts: am „schlechten Platz“

Dabei wurden bei rund der Hälfte der untersuchten biologischen Parameter signifikante Veränderungen festgestellt. Ein häufig zitiertes Beispiel ist die Veränderung des Serotoninspiegels: Nach einem 30-minütigen Aufenthalt in einem unbelasteten Bereich und anschließend 30 Minuten in einer als belastet eingestuften Zone sank die durchschnittliche Konzentration im Blut von 130 auf 101 ng/ml.

Serotonin spielt eine wichtige Rolle für Entspannung, Schlafqualität und Regeneration. Melatonin, wichtig für den Schlaf und dessen Regeneration, wird am Abend und in der Nacht aus Seroton umgewandelt. Damit kann auch der Melatoninspiegel beeinträchitgt werden. Zusätzlich wurden Veränderungen in der Hautbioelektrik sowie in der Muskelspannung beobachtet.

Wichtig: Der Begriff „Erdstrahlung“ ist wissenschaftlich nicht eindeutig definiert und wird in der Schulmedizin kontrovers diskutiert. Die dargestellten Ergebnisse beziehen sich auf einzelne Studien und sollten im Kontext weiterer Forschung betrachtet werden. Dennoch sind solche Studien für gesundheitsbewusst und nach dem Vorsorgeprinzip lebende Personen eine gute Entscheidungshilfe für ob ein Schlafplatz von einem erfahrenen Rutengänger vermessen werden soll. Im Falle einer Feststellung von mehreren und oder starken Belastungen rate ich, sich kompetent und praxisorientiert beraten zu lassen.

Einfluss auf Serotonin und Schlaf

Serotonin und Melatonin sind eng miteinander verbunden – man kann sagen: Melatonin wird aus Serotonin gebildet. Serotonin ist ein „Tageshormon“ und sorgt für gute Stimmung, innere Ruhe und Stabilität. Melatonin ist das „Schlafhormon“ und steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus.

Einfach ausgedrückt: Tagsüber: braucht man viel Serotonin, Nachts: entsteht daraus Melatonin und du wirst müde.

Wenn der Serotoninspiegel sinkt, kann auch weniger Melatonin gebildet werden. Das kann zu schlechterem Schlaf und geringerer Regeneration führen.

Auswirkungen auf das vegetative Nervensystem

Ein Mangel an Serotonin und die daraus resultierende verminderte Melatonin-Produktion haben einen massiven Einfluss auf das vegetative Nervensystem (VNS). Das VNS steuert alle unbewussten Körperfunktionen und besteht im Wesentlichen aus zwei Gegenspielern: dem Sympathikus (Leistung/Stress) und dem Parasympathikus (Erholung/Verdauung).

Kritik und wissenschaftliche Einordnung

Weil es keine einfachen Messgeräte für Erdstrahlung gibt und mit der Erforschung dieser Strahlung wenig Geld verdient werden kann, werden vermutlich in Zukunft wenig bis keine neue Studien zu den wenigen existierenden Studien hinzukommen. Leider gibt es aus meiner Erfahrung auch vielen Privatpersonen, die ohne fundierte langjährige Ausbildung der Branche einen schlechten Ruf bescheren.

Erdstrahlung messen oder vermeiden?

Natürlich ist die Vermeidung von Erdstrahlung an oberster Stelle. Bei neunen Baugrundstücken macht es Sinn, vor dem Kauf eine Vermessung eines erfahrnen Rutengängers durchführen zu lassen. Es gibt viele Bereiche, wo kaum bis gar keine erhöhte Erdstrahlung gemessen werden kann.

Häufig gestellte Fragen

  • 1
    Kasseler Wünschelrutentest (1990, GWUP), Streng doppelblind, Zufallssteuerung der Wasserleitungen, Kontrollierte künstliche Rohrleitungen, Mehrere unabhängige Protokolle + Videoaufzeichnung, Teilnehmer bestätigten vorher, dass das Setup ihre Fähigkeit korrekt testet
  • 2
  • 3
    zuletzt abgerufen am 17.4.2026
  • 4
    (RelevantesRisiko=1,56; 95%-KI: 1,05-2,31;p=0,024) Am guten Platz hatten 40% der Personen Schlafstörungen. Am belasteten Platz waren es 63%. Die wissenschaftliche Chance (Odds) für eine Schlafstörung ist etwa 2,5 mal so hoch auf einem pathogenen Schlafplatz im Vergleich zu einem Guten. Hinweis zur Einordnung: Die Zahlen zeigen eine Korrelation, das ist aber im wissenschaftlichen Sinne noch kein Beweis für Ursache (Kausalität).
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